Montag, 9. Februar 2009

Grundlage für gezielte Arbeitsmarktpolitik im Bundesland Salzburg

Studie der WissenschaftsAgentur schafft Grundlage für gezielte Arbeitsmarktpolitik

„Von der Erstellung der Studie bis zu ihrem Erscheinen hat sich die Wirtschaftswelt dramatisch verändert“, stellte der Mittersiller Bürgermeister und Obmann des Regionalverbandes Oberpinzgau, Dr. Wolfgang Viertler, bei der Präsentation der Studie fest. Gerade in schwierigen Zeiten habe man nun ein gutes Werkzeug an der Hand, um entsprechende Maßnahmen für die Region ergreifen zu können.
Erstmals in Österreich wurden in einer umfassenden Erhebung nicht nur der Qualifizierungsbedarf, sondern auch die Erfolge der bisherigen Qualifizierungsmaßnahmen für das Gebiet des Regionalverbandes Oberpinzgau untersucht. Erhoben wurde beispielsweise, wo Lehrlinge, die vor zehn Jahren ihre Lehre abgeschlossen haben, heute tätig sind.
Die Studie wurde von der WissenschaftsAgentur der Universität Salzburg bzw. den Autoren Alexander Neunherz, Armin Mühlböck, Annemarie Jörke und Christian Dirninger erarbeitet und vom Territorialen Beschäftigungspakt Salzburg (TEP) finanziert.

Effiziente Lehrlingsausbildung
Die Studie bestätigt die Effizienz der Lehrlingsausbildung im Oberpinzgau. Dabei ist interessant, dass 62% der Lehrlinge nach zehn Jahren nach wie vor zwar nicht im Ausbildungsbetrieb, aber in dem erlernten Beruf tätig sind. Erfreulich ist auch die positive Beurteilung der Lehrausbildung durch die Lehrlinge selbst. Sie beurteilen die Ausbildung im Betrieb zu 92% als sehr gut oder gut.

Mittwoch, 24. September 2008

Lokal- und Regionalforschung im Bundesland Salzburg

Arbeitsmarktpolitische Qualifizierungsbilanz für den Unterpinzgau und das Untere Saalachtal

In den nächsten Monaten wird von der WissenschaftsAgentur der Universität Salzburg für den Unterpinzgau und das Untere Saalachtal eine „Arbeitsmarktpolitische Qualifizierungsbilanz“ erarbeitet. Teilnehmende Gemeinden sind im Unterpinzgau die Gemeinden Bruck, Fusch, Taxenbach, Rauris, Lend und Dienten sowie im Unteren Saalachtal die Gemeinden Weißbach b. Lofer, St. Martin b. Lofer, Lofer und Unken. Mit dieser Forschungsarbeit sollen neue Wege im Bereich der regionalen Standortentwicklung ermöglicht werden.
Die Initiative für das Forschungsprojekt kommt aus der Region selbst. Finanziert wird es über den „Territorialen Beschäftigungspakt Arbeit für Salzburg (kurz: TEP)“. Die Umsetzung erfolgt in enger Kooperation mit dem Regionalmanagement Pinzgau, den teilnehmenden Gemeinden und den Sozialpartnern.

In den Jahren 2006/2007 wurde von der WissenschaftsAgentur bereits eine Qualifizierungsbilanz für den Oberpinzgau erstellt, ebenso im Auftrag des TEP’s. Die Forschungsarbeit wurde in der Region sehr gut aufgenommen und hat wertvolle Impulse für die weitere Entwicklung im Bereich Arbeitsmarktpolitik und Wirtschaft geliefert. Ein wichtiges Ergebnis der Forschungsarbeit war zudem, dass diese dazu beitragen konnte, das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit dem Oberpinzgau in der Bevölkerung bzw. bei den eingebundenen AkteurInnen zu stärken.
Die Autoren Armin Mühlböck und Alexander Neunherz wurden für Ihre Arbeiten im Rahmen der Qualifizierungsbilanz für den Oberpinzgau zudem mit dem „Österreichischen Preis für Berufsbildungsforschung“ ausgezeichnet.

Die regionale Wirtschaftspolitik in Österreich sieht sich mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert. Mit gezielten und selektiv eingesetzten Maßnahmen – die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Regionen ausgerichtet sind – wird heute versucht, Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt abzusichern und deren Lage zu verbessern. Dabei tritt in der heutigen Wissensgesellschaft die Qualifizierung von Fachkräften immer stärker in den Vordergrund. Die einfache Formel dafür lautet: Mehr Qualifizierung bedeutet mehr Wachstum. Qualifizierung gibt dem Arbeitsmarkt neue Impulse und ist daher im Wettbewerb der Regionen ein wesentlicher Standortvorteil.
Problemadäquate regionale Wirtschaftspolitik setzt ein hohes Potential an Analyse, Koordinations- und Beratungskapazität voraus, was zweifelsohne personal- und kostenintensiv ist. Eine rationale Strategie verlangt genaueste Kenntnisse über die Wirtschafts- und Arbeitsmarktstruktur, um konzeptionell und nicht wahllos handeln zu können. Die heute gängigen und relativ leicht abrufbaren Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsdaten liefern einerseits wichtige Informationen, bringen andererseits aber gleichzeitig auch Schwierigkeiten mit sich: Die angeführten Daten und Zahlen spiegeln eher großräumige Trends und Entwicklungen wider und sagen über die Verhältnisse in kleineren Regionen, wie dem Unterpinzgau und dem Unteren Saalachtal und deren spezifischen Problemlage(n) wenig aus.

Ziel der Forschungsarbeit für den Unterpinzgau und das Untere Saalachtal ist daher zunächst, die beiden Regionen eigenständig betrachtbar und so für die Zwecke der regionalen Entwicklung wahrnehmbar zu machen. Auf diese Weise können für die beiden Regionen auch erstmalig die Wirtschafts- und Arbeitsmarktstrukturen sowohl hinsichtlich ihrer historischen Dimensionen als auch ausgerichtet auf künftige Trends festgehalten werden. Dies ist zugleich die Grundlage für die Definition von innovativen Maßnahmen zur Standortbewerbung und zur Verbesserung der Ausbildungssituation vor Ort.

Mittwoch, 16. Juli 2008

Auszeichnung für die WissenschaftsAgentur der Universität Salzburg

Verleihung des Österreichischen Berufsbildungsforschungspreises 2008

Die Verleihung des Österreichischen Berufsbildungsforschungspreises 2008, mit dem herausragende Leistungen von NachwuchswissenschaftlerInnen Anerkennung finden sollen, bildete einen Höhepunkt am Ende des ersten Tages der 1. Österreichischen Konferenz für Berufsbildungsforschung.
Stefan Vogtenhuber vom Institut für Höhere Studien in Wien wurde für seinen Konferenzbeitrag zum Thema “Bildungs- und Weiterbildungserträge in Österreich" mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Weitere PreisträgerInnen sind Annette Sprung (Karl-Franzens-Universität Graz), sowie Armin Mühlböck und Alexander Neunherz (WissenschaftsAgentur der Universität Salzburg).

Überreicht wurde der Österreichische Berufsbildungsforschungspreis 2008 von Sektionschef Theodor Siegl (Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur - bm:ukk), die Laudatio hielt Christian F. Lettmayr (CEDEFOP - Europäisches Zentrum für die Förderung der Berufsbildung). Neben dem Preisgeld erhielten die ForscherInnen funktionsfähige Miniatur- Stirlingmotoren überreicht, die SchülerInnen der HTL Steyr im Werkstättenunterricht hergestellt hatten. Die musikalische Umrahmung der Preisverleihung wurde durch ein Schüler-Ensemble der HTL Steyr gestaltet.

Etwa 170 ExpertInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz nutzten bei dieser erstmals stattfindenden zweitägigen Konferenz die Gelegenheit zur Werkschau, zum Austausch über aktuelle Forschungsthemen im Bereich der Berufsbildung und zur Vernetzung.

Das Schwerpunktthema der Konferenz lautete “Öffnung von Arbeitsmärkten und Bildungssystemen - Migration, Mobilität, Integration“ und wurde insbesondere in den Hauptvorträgen behandelt. Gudrun Biffl, Leiterin des Zentrums für Migration, Integration und Sicherheit an der Donau Universität Krems, sprach über die Rolle der Bildung für MigrantInnen in Österreich. Ursula Boos-Nuenning, Expertin für Migrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen, beleuchtete in ihrem Beitrag die Konsequenzen der Einwanderung für Schule und Beruf in Deutschland.

In den übrigen ca. 50 Konferenzbeiträgen von ForschungsexpertInnen aus Österreich und dem deutschsprachigen Ausland wurde ein breites Spektrum an Themen besprochen, wie etwa “Jugend und Benachteiligungen", “Übergänge und Integration von Schule, Studium und Beruf", “Kompetenzbeschreibung, -messung und -bilanzen", “Pflegeausbildung", “Weiterbildung und Personalentwicklung" und vieles mehr.

Das Museum Arbeitswelt in Steyr als Veranstaltungsort bot nicht nur einen thematischen Anknüpfungspunkt, sondern auch ein ansprechendes Ambiente für diese Konferenz.

Initiiert wurde die Konferenz von der Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschung Austria (abf-austria), unterstützt vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk) sowie vom Arbeitsmarktservice Österreich (AMS).

Sonntag, 2. Dezember 2007

Symposium in der Stadtgemeinde Saalfelden

Regionenforum zum Thema des demografischen Wandels

Ende November 2007 stand bei einem Symposium der WissenschaftsAgentur der Universität Salzburg im Congresszentrum von Saalfelden der „demografische Wandel im ländlichen Raum“ im Mittelpunkt zahlreicher Expertenvorträge. Dabei wurden spezielle Konzepte zur Gestaltung des Wandlungsprozesses der Bevölkerung besprochen.

Die Referenten waren sich darüber einig, dass es hinsichtlich des demografischen Wandels zu mehr oder weniger stark unterschiedlichen regionalen und lokalen Entwicklungen und Wirkungen kommen wird. Das Nachsehen haben dabei vor allem peripher liegende Regionen und Gemeinden. Im Bundesland Salzburg wird die Bevölkerung bis etwa ins Jahr 2040 moderat anwachsen. Dennoch wird die Bevölkerung in zahlreichen kleinen Gemeinden bereits innerhalb dieses Zeitraumes zurückgehen.