Mittwoch, 24. September 2008

Lokal- und Regionalforschung im Bundesland Salzburg

Arbeitsmarktpolitische Qualifizierungsbilanz für den Unterpinzgau und das Untere Saalachtal

In den nächsten Monaten wird von der WissenschaftsAgentur der Universität Salzburg für den Unterpinzgau und das Untere Saalachtal eine „Arbeitsmarktpolitische Qualifizierungsbilanz“ erarbeitet. Teilnehmende Gemeinden sind im Unterpinzgau die Gemeinden Bruck, Fusch, Taxenbach, Rauris, Lend und Dienten sowie im Unteren Saalachtal die Gemeinden Weißbach b. Lofer, St. Martin b. Lofer, Lofer und Unken. Mit dieser Forschungsarbeit sollen neue Wege im Bereich der regionalen Standortentwicklung ermöglicht werden.
Die Initiative für das Forschungsprojekt kommt aus der Region selbst. Finanziert wird es über den „Territorialen Beschäftigungspakt Arbeit für Salzburg (kurz: TEP)“. Die Umsetzung erfolgt in enger Kooperation mit dem Regionalmanagement Pinzgau, den teilnehmenden Gemeinden und den Sozialpartnern.

In den Jahren 2006/2007 wurde von der WissenschaftsAgentur bereits eine Qualifizierungsbilanz für den Oberpinzgau erstellt, ebenso im Auftrag des TEP’s. Die Forschungsarbeit wurde in der Region sehr gut aufgenommen und hat wertvolle Impulse für die weitere Entwicklung im Bereich Arbeitsmarktpolitik und Wirtschaft geliefert. Ein wichtiges Ergebnis der Forschungsarbeit war zudem, dass diese dazu beitragen konnte, das Gemeinschaftsgefühl und die Identifikation mit dem Oberpinzgau in der Bevölkerung bzw. bei den eingebundenen AkteurInnen zu stärken.
Die Autoren Armin Mühlböck und Alexander Neunherz wurden für Ihre Arbeiten im Rahmen der Qualifizierungsbilanz für den Oberpinzgau zudem mit dem „Österreichischen Preis für Berufsbildungsforschung“ ausgezeichnet.

Die regionale Wirtschaftspolitik in Österreich sieht sich mit immer neuen Herausforderungen konfrontiert. Mit gezielten und selektiv eingesetzten Maßnahmen – die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Regionen ausgerichtet sind – wird heute versucht, Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt abzusichern und deren Lage zu verbessern. Dabei tritt in der heutigen Wissensgesellschaft die Qualifizierung von Fachkräften immer stärker in den Vordergrund. Die einfache Formel dafür lautet: Mehr Qualifizierung bedeutet mehr Wachstum. Qualifizierung gibt dem Arbeitsmarkt neue Impulse und ist daher im Wettbewerb der Regionen ein wesentlicher Standortvorteil.
Problemadäquate regionale Wirtschaftspolitik setzt ein hohes Potential an Analyse, Koordinations- und Beratungskapazität voraus, was zweifelsohne personal- und kostenintensiv ist. Eine rationale Strategie verlangt genaueste Kenntnisse über die Wirtschafts- und Arbeitsmarktstruktur, um konzeptionell und nicht wahllos handeln zu können. Die heute gängigen und relativ leicht abrufbaren Arbeitsmarkt- und Wirtschaftsdaten liefern einerseits wichtige Informationen, bringen andererseits aber gleichzeitig auch Schwierigkeiten mit sich: Die angeführten Daten und Zahlen spiegeln eher großräumige Trends und Entwicklungen wider und sagen über die Verhältnisse in kleineren Regionen, wie dem Unterpinzgau und dem Unteren Saalachtal und deren spezifischen Problemlage(n) wenig aus.

Ziel der Forschungsarbeit für den Unterpinzgau und das Untere Saalachtal ist daher zunächst, die beiden Regionen eigenständig betrachtbar und so für die Zwecke der regionalen Entwicklung wahrnehmbar zu machen. Auf diese Weise können für die beiden Regionen auch erstmalig die Wirtschafts- und Arbeitsmarktstrukturen sowohl hinsichtlich ihrer historischen Dimensionen als auch ausgerichtet auf künftige Trends festgehalten werden. Dies ist zugleich die Grundlage für die Definition von innovativen Maßnahmen zur Standortbewerbung und zur Verbesserung der Ausbildungssituation vor Ort.

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